Standesamtlich heiraten in Baden-Württemberg: Mit diesen Gesamtkosten solltet ihr wirklich rechnen

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Standesamtlich heiraten ist Pflicht – wie ihr diesen Tag gestaltet, entscheidet aber ihr

Bevor ihr in Deutschland kirchlich oder frei heiraten könnt, führt kein Weg am Standesamt vorbei. Erst die standesamtliche Trauung macht eure Ehe rechtskräftig. Für jedes Brautpaar gehört dieser Termin also fest zur Hochzeitsplanung – die Frage ist nur, wie ihr ihn gestalten möchtet.

Viele Paare behandeln den Termin tatsächlich als reinen Verwaltungsakt. Sie gehen zu zweit oder vielleicht noch mit den Trauzeugen ins Standesamt, unterschreiben die notwendigen Dokumente, sagen „Ja“ und fahren anschließend wieder nach Hause oder gehen gemeinsam essen. In diesem Fall entstehen im Wesentlichen nur die gesetzlichen Gebühren für die Anmeldung der Eheschließung, die Trauung selbst und einige notwendige Urkunden. Wie hoch diese Grundkosten in Baden-Württemberg ausfallen, schauen wir uns gleich noch genauer an.

Auf der anderen Seite beobachte ich als Hochzeitsplanerin immer häufiger, dass Paare auch ihre standesamtliche Trauung bewusst feiern möchten – wenn auch in einem deutlich kleineren Rahmen als die große Hochzeit. Das liegt unter anderem daran, dass viele Standesämter wunderschöne Trauzimmer oder historische Locations anbieten, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Gleichzeitig sind diese Räume oft recht klein. Gerade in historischen Rathäusern oder besonderen Trauorten rund um Heidelberg, Karlsruhe oder Stuttgart finden häufig nur 15 bis 20 Gäste Platz. Aus einer klassischen Hochzeitsgesellschaft wird dadurch automatisch eine sehr intime Feier im engsten Familien- und Freundeskreis.

Und genau hier verändert sich auch das Budget. Denn sobald ihr eure standesamtliche Hochzeit nicht mehr nur als Termin beim Amt betrachtet, kommen nach und nach weitere Kosten hinzu. Vielleicht möchtet ihr einen Fotografen dabeihaben, damit dieser emotionale Moment professionell festgehalten wird.  Anschließend stoßt ihr gemeinsam mit euren Gästen bei einem Sektempfang an oder geht in einem schönen Restaurant essen. Manche Paare buchen sogar Live Musik, lassen Blumen dekorieren oder bestellen eine Hochzeitstorte, obwohl die große Feier erst Wochen später stattfindet.

Genau deshalb greift die Frage „Was kostet eine standesamtliche Hochzeit?“ eigentlich zu kurz. Viel spannender ist die Frage: Mit welchen Gesamtkosten solltet ihr rechnen – je nachdem, wie ihr euren Tag gestalten möchtet? Denn zwischen einer reinen Unterschrift beim Standesamt und einer liebevoll geplanten standesamtlichen Hochzeit liegen oft mehrere tausend Euro Unterschied. In diesem Beitrag zeige ich euch deshalb nicht nur die gesetzlichen Gebühren in Baden-Württemberg, sondern auch, welche Kosten aus meiner Erfahrung als Hochzeitsplanerin häufig dazukommen und welche davon viele Paare bei ihrer Planung zunächst vergessen.

Was kostet die standesamtliche Trauung in Baden-Württemberg?

Schauen wir uns zunächst einmal die Kosten an, wenn ihr euch für den absoluten Minimalfall entscheidet – also wirklich nur die standesamtliche Trauung ohne besondere Extras.

Für die Anmeldung der Eheschließung fallen in Baden-Württemberg in der Regel 65 Euro an, sofern ausschließlich deutsches Recht gilt. Für die Durchführung der Trauung berechnet das Standesamt anschließend nochmals 45 Euro. Damit liegt ihr zunächst bei 110 Euro.

Dazu kommen in den meisten Fällen noch Eheurkunden. Ich empfehle meinen Brautpaaren immer, gleich mehrere Exemplare mitzunehmen, da ihr diese später beispielsweise für die Krankenkasse, Banken, Versicherungen oder euren Arbeitgeber benötigt. Eine Eheurkunde kostet in Baden-Württemberg in der Regel 20 Euro. Nehmt ihr drei oder vier Urkunden mit, solltet ihr hierfür also nochmals etwa 60 bis 80 Euro einplanen.

Plant ihr keine Namensänderung und entscheidet euch wirklich nur für die reine Trauung im Standesamt, könnt ihr insgesamt mit ungefähr 170 bis 200 Euro rechnen. Günstiger wird eine rechtskräftige Hochzeit in Deutschland kaum möglich sein.

Sobald ihr eure standesamtliche Hochzeit feiern möchtet, verändert sich das Budget

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, den viele Ratgeber meiner Meinung nach völlig außer Acht lassen.

Denn die wenigsten Paare gehen heute tatsächlich einfach nur zum Standesamt, unterschreiben und fahren wieder nach Hause. Selbst wenn die große freie Trauung oder kirchliche Hochzeit erst einige Wochen später stattfindet, wird auch die standesamtliche Trauung häufig zu einem ganz besonderen Tag.

Vielleicht begleitet euch ein professioneller Fotograf während der Trauung und macht anschließend noch ein kleines Brautpaarshooting. Vielleicht möchtet ihr nach dem Standesamt mit euren Familien auf eure Ehe anstoßen oder gemeinsam essen gehen. Viele Paare bestellen sich sogar einen Brautstrauß, lassen das Auto dekorieren oder tragen bereits ein extra Hochzeitsoutfit. Und in manchen Standesämtern ist sogar die Begleitung durch Live Musik erlaubt.

Aus meiner Erfahrung entwickelt sich die standesamtliche Hochzeit dadurch oft zu einer kleinen, aber sehr emotionalen Hochzeit – und genau deshalb solltet ihr diese Kosten von Anfang an mit einplanen.

Mit diesen Kosten solltet ihr für eine kleine standesamtliche Hochzeit rechnen

Damit ihr ein realistisches Gefühl für euer Budget bekommt, habe ich euch einmal eine typische Kalkulation zusammengestellt.

Die Standesamtsgebühren inklusive mehrerer Urkunden liegen bei etwa 180 Euro.

Für einen professionellen Hochzeitsfotografen, der euch etwa zwei bis drei Stunden begleitet, solltet ihr je nach Region zwischen 500 und 1.000 Euro einplanen. Gerade in Städten wie Stuttgart, Heidelberg oder Karlsruhe liegen erfahrene Hochzeitsfotografen häufig eher im oberen Bereich dieser Spanne.

Ein Brautstrauß kostet durchschnittlich 70 bis 150 Euro, eine kleine florale Ansteckblume für den Bräutigam etwa 20 bis 50 Euro. 

Live Musik, also zum Beispiel Gesang, der euch während der Hochzeit mit einigen Liedern begleitet, oder auch später beim Sektempfang, kann euch in der Regel ab 400 Euro kosten, oft aber eher bis zu 1500 Euro. 

Für einen Sektempfang nach der Trauung mit rund 20 Gästen könnt ihr – je nachdem, ob ihr diesen selbst organisiert oder über einen Dienstleister bucht – ungefähr 150 bis 1500 Euro kalkulieren.

Geht ihr anschließend gemeinsam essen, solltet ihr je nach Restaurant und Gästezahl nochmals mit 40 bis 80 Euro pro Person rechnen. Bei 20 Gästen landet ihr also schnell bei 800 bis 1.600 Euro.

Möchtet ihr zusätzlich eine kleine Hochzeitstorte anschneiden, liegen die Kosten meist zwischen 150 und 350 Euro.

Ihr seht also: Obwohl die eigentliche Trauung nur rund 110 Euro kostet, bewegt sich eine liebevoll geplante standesamtliche Hochzeit schnell im Bereich von 2.000 bis 4.000 Euro – und das ganz ohne große Abendfeier.

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Besondere Trauorte können zusätzliche Gebühren verursachen

Viele Städte in Baden-Württemberg bieten inzwischen wunderschöne Alternativen zum klassischen Trauzimmer an. Vielleicht heiratet ihr in einem historischen Schloss, einer Villa oder einem alten Rathaus. Solche Orte schaffen natürlich eine ganz besondere Atmosphäre und machen eure standesamtliche Trauung noch persönlicher.

Allerdings solltet ihr bedenken, dass hierfür häufig zusätzliche Gebühren anfallen. Je nach Stadt können diese zwischen 50 und 200 Euro, teilweise sogar darüber liegen, wenn eine extra Raummiete verlangt wird. Gleiches gilt, wenn ihr euch eine Samstagstrauung oder einen Termin außerhalb der regulären Öffnungszeiten wünscht.

Gerade rund um Ulm, Heilbronn oder Stuttgart lohnt es sich deshalb, frühzeitig beim jeweiligen Standesamt nachzufragen. Nicht nur wegen der Kosten, sondern auch, weil besonders beliebte Trautermine oft viele Monate im Voraus vergeben sind.

Kosten, die viele Brautpaare bei der Planung vergessen

Ein Punkt fällt mir in Beratungsgesprächen immer wieder auf: Die meisten Paare planen nur bis zum Hochzeitstag. Tatsächlich entstehen aber auch danach noch einige Ausgaben.

Wenn ihr euren Nachnamen ändert, benötigt ihr einen neuen Personalausweis und häufig auch einen neuen Reisepass. Außerdem müssen eure Daten bei Banken, Versicherungen, Krankenkassen oder Mitgliedschaften aktualisiert werden. Manche Änderungen sind kostenlos, andere wiederum kosten Gebühren.

Auch zusätzliche Eheurkunden werden häufig erst nach der Hochzeit benötigt. Mein Tipp ist deshalb, lieber direkt ein oder zwei Urkunden mehr zu bestellen. Das spart euch später Zeit und oft auch einen weiteren Behördengang.

Mein Tipp als Hochzeitsplanerin

Ich erlebe häufig, dass Brautpaare sich sehr lange Gedanken darüber machen, ob das Standesamt nun 110 oder 150 Euro kostet. Ehrlich gesagt ist das aus meiner Sicht die falsche Stelle zum Sparen.

Überlegt euch stattdessen lieber, welche Erinnerungen ihr von diesem Tag behalten möchtet.

Wenn euch professionelle Bilder wichtig sind, investiert lieber in einen guten Fotografen. Wenn ihr euch schon immer vorgestellt habt, nach dem Ja-Wort gemeinsam mit euren Lieblingsmenschen anzustoßen, dann plant auch den Sektempfang bewusst mit ein.

Die standesamtliche Hochzeit ist schließlich nicht einfach nur ein Behördentermin. Es ist der Moment, in dem ihr ganz offiziell zu Ehepartnern werdet. Und genau deshalb darf sich dieser Tag auch besonders anfühlen – unabhängig davon, ob ihr später noch eine große Hochzeit feiert oder nicht.

Plant nicht nur die Gebühren, sondern den gesamten Tag

Die gesetzlichen Kosten für eine standesamtliche Hochzeit in Baden-Württemberg sind mit rund 170 bis 200 Euro inklusive Urkunden überschaubar. Sobald ihr diesen Tag jedoch bewusst gestaltet, solltet ihr deutlich großzügiger kalkulieren.

Ein Fotograf, Blumen, ein Sektempfang oder ein gemeinsames Essen sorgen zwar für zusätzliche Kosten, machen den Tag aber oft erst zu dem, woran ihr euch Jahre später noch gerne erinnert.

Mein Rat lautet deshalb immer: Plant nicht nur eure Trauung, sondern plant euer Erlebnis. Denn egal, ob ihr in Stuttgart, Heidelberg, Karlsruhe, Heilbronn, Ulm oder einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg heiratet – am Ende zählt nicht, ob ihr 50 Euro mehr oder weniger für das Standesamt ausgegeben habt. Entscheidend ist, dass ihr euren ersten Tag als Ehepaar genau so erlebt, wie ihr ihn euch wünscht.

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